Spanien : Aphrodite: Eine Feier der Sinne

Aphrodite: Eine Feier der Sinne

EUR 5,00


Das Lesen von suggestivem Stoff hat etwas an sich, was die Phantasie beflügelt und die Sinne weckt -- die heutzutage im täglichen Lebenskampf allzuoft vernachlässigt werden. Möglicherweise versetzt es uns zurück zu diesem atemlosen Herzklopfen unserer Kindheit, als die Pubertät ein rosiger Fleck am Horizont war und Sex noch ein abstrakter Begriff. Aphrodite ist eine lange, appetitliche und packende Ode an die Sinnlichkeit. In dieser deftigen Mischung aus Memoiren und Kochbuch hat Allende eine ganze Apotheke von Aphrodisiaka zusammengestellt, von Schlangenblut und Rhinozeroshorn bis zu den alltäglicheren und schmackhafteren Austern, diese verführerischen Tränen des Meeres, die sich dazu anbieten, von Mund zu Mund zu gleiten, wie ein ausgedehnter Kuß ... bekommt man auch im Glas zu kaufen, wo sie allerdings wie bösartige Tumore aussehen, feucht und prall in ihren Schalen, dagegen, erinnern sie an zarte Vulven -- ein hervorragendes Beispiel von Speisen, die auch das Auge ansprechen. Kapitel für Kapitel bietet kategorische Auflistungen über die aphrodisierenden Eigenschaften von Fleisch, Gewürzen, Obst, Gemüse und Alkohol. Nach einigen Kapiteln beginnt man, sich zu fragen, welche Nahrungsmittel denn eigentlich nicht als erotisch gelten: Die Form der Weizenähre gilt als phallisch, was beweist, daß der menschlichen Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Wein (allerdings nicht überraschend) wird empfohlen, weil er Hemmungen abbaut, entspannt und die Freude fördert -- drei fundamentale Voraussetzungen für eine gute Leistung, nicht nur im Bett, sondern auch am Klavier. Wie in vielen Dingen, jedoch, ist Mäßigung das Wichtigste: zuviel des Guten, und Ihr Gast schläft womöglich über dem Suppenteller ein. Allende hat für Nouvelle Cuisine nichts übrig. Sie bevorzugt statt dessen deftige Kost und sättigende Portionen. Das Buch enthält über 100 Rezepte, von Saucen und Suppen bis zu Hors d oeuvre, ergänzt durch ihre üppigen Kommentare. Die Rezepte, zum Beispiel für Sauce Mykonos, mit Walnüssen, Pistazien, Basilikum, Knoblauch und Milch, Witwer-Feigen, Filet Mignon Belle Epoque, Cremesuppe Alicante, mit Lauch, Krabben, Austern, Paprika und Sahne, werden Sie im Handumdrehen dazu bringen, sich eine Schürze anzuziehen (und möglicherweise nur diese). Wenn Kochbücher einen Teil Ihres Bücherregals füllen, schreibt Allende, sollten es Bücher über die Erotik ebenfalls. Und welch bessere Kombination aus beiden als Aphrodite, in dem das Verhältnis zwischen Ernährung und Sexualität und die aphrodisierende Wirkung von kochenden Männern auf Frauen provokativ unterstrichen wird: [Frauen] denken, daß ein Mann, der sich merken kann, wieviele Minuten Froschschenkel in der Pfanne ertragen, umso mehr Grund haben müßte, sich zu merken, wieviel Stimulierung unser G-Punkt verlangt. Ausgeschmückt mit literarischen Leckerbissen der Lust und Sehnsucht von Anais Nin, W. B. Yeats, Pablo Neruda und Lady Onogoro und angereichert mit Allendes warmem Humor und herzhafter Lebenslust, wird Aphrodite Ihre Sinne reizen und lüsternes Grinsen hervorrufen. Es wird empfohlen, dieses Buch in köstlichen, aber maßvollen Dosen zu genießen. Dem Zaghaften sei Vorsicht geboten... --Jhana Bach

Einfach köstlich! - Ein herrliches Buch, das man(n) (und frau auch) immer wieder zur Hand nehmen kann, um darin zu schmökern, Rezepte daraus nachzukochen und die Sinne für Kochen, Genuss, Erotik und den Zusammenhang zwischen allen drei Sachen zu schärfen.Als Lehre aus dem Buch kann man für sich selbst nehmen, dass alles Essen irgendwie erotisch ist, man muss es einfach auch so betrachten. Ich z.B. seh meine Lieblings-Kartoffelsuppe jetzt mit ganz anderen Augen... ,-)

auch für nicht-köche - auch für nicht-köche ein erlebnis dieses buch zu lesen! es steht soviel interessantes darin, das man sich am liebsten dauernd notizen machen möchte!leider ist es in einer sehr kleinen schrift gedruckt - deshalb nur 4 sterne.

Kein Kochbuch? - Doch, mein Lieblingskochbuch. Natürlich ist es nicht ausschließlich ein Kochbuch, sondern ein Buch mit Rezepten und Geschichten. Und Bildern. Und tausend Bezügen zu Kunst, Literatur, Familie etc. Ein wirklicher Schatz, den ich schon vier Jahre besitze und in meiner Küche statt in meinem Bücherregal stehen habe. Aphrodisierende Rezepte sind das, nicht alle locken wirklich zum Nachahmen, da merkt man einfach, dass Allende auf einem anderen Kontinent lebt (zum Beispiel bei Täubchen und den Hammel..grrr), aber vieles ist wunderbar und schmeckt auch so, ja, es wirkt sogar!! Dieses Buch animiert einen zum sinnlichen Genießen, da macht das Kochen mindestens so einen Spaß wie das Essen. Und das Lesen auf jeden Fall auch.

Mit allen Sinnen - Ist es nicht eine Wonne, sich durch ein Buch mit Kochrezepten zu lesen, in denen Kalorien und Fette nicht gezählt werden und nicht in erster Linie nach Vitaminen, Ballaststoffen und gesunder Zubereitung gefragt wird? Ein Buch, in dem Essen, Liebe und Sex zu reinem Vergnügen ohne schlechtes Gewissen werden?Dazu kommen Allendes Anekdoten: Aus ihrem Leben und Lieben, rund ums Essen und immer vergnüglich und sinnenfroh. Begeistern kann auch die Aufmachung mit Abbildungen von erotischen und üppigen Gemälden (denn auch das Auge isst mit), durch die das Buch fast den Charakter eines Bildbandes bekommt - man ist überrascht von seiner Schwere, wenn man es das erste Mal in die Hand nimmt.Aber leider setzt dort der einzige Kritikpunkt ein (den man auch beachten sollte, wenn man das Buch in seiner Gesamtheit betrachtet): Es ist schwierig, das Buch bei künstlichem Licht zu lesen, denn die Schrift ist sehr klein und durch das glänzende Papier hat man ständig Lichtreflexe auf den Seiten.Allerdings sollte niemand sich durch diese Kleinigkeit davon abhalten lassen, ein Buch der ganz anderen Art zu lesen und daran Vergnügen zu finden.

Kein Kochbuch - Nein, das hier ist kein Kochbuch, jedenfalls nicht wirklich. Die eigentlichen Rezepte gehen erst nach über 200 Seiten los, und sie sind auch nicht wirklich neu und kreativ sondern eher gute Hausmannskost, also alles, was man sich von seiner Lieblingsehefrau so wünscht, wenn man abends nach Hause kommt und mit Liebe behandelt werden will.Das spannende findet - beim Essen wie beim Sex - eigentlich davor statt, in langen, extrem unterhaltsamen Passagen über das Leben, die Kunst, die Literatur, die Liebe, die Erotik und auch das Essen und über die Art, wie diese Gewürze im Leben zusammenwirken. Ein kluges Buch. Mit vielen schönen Illustrationen.Als Kochbuch empfehle ich aber anderes.




Aphrodite: Eine Feier der Sinne